Breifrei – wieder so ein Trend

Kann Breifrei überhaupt funktionieren oder schade ich sogar meinem Kind? Diese Frage kommt gleich beim Thema Breifrei mit auf. Denn Babies können doch gar nichts festes zerkauen, schließlich haben sie keine Zähne und könnten sich verschlucken. So die gängige Meinung was die Kleinkindernährung angeht.

Mit ca. vier Monaten starten die ersten Babies sich für Beikost zu interessieren. Beikost bedeutet alles zusätzliche zum stillen, auch Wasser oder Tee. Um überhaupt beginnen zu können müssen jedoch die Babykost Reifezeichen vorhanden sein. Unser Sohn hat eine starke motorische Entwicklung und konnte bereits sehr früh greifen und sich Dinge in den Mund stecken. Zusätzlich hat er starkes Interesse an unserer Nahrung gezeigt und jeden Bissen lächelnd beobachtet. Zudem fing er an nach unserem Essen zu greifen und verstand auch dass wir essen. Zähne gehören nicht zu den Reifezeichen, denn die Kauleisten haben enorme Kraft und zerdrücken auch festere Konsistenzen.

Also starteten wir und gaben ihm Gemüsesticks und Obststücke. Alles was wir selbst mit der Zunge am Gaumen zerdrücken können hat die richtige Konsistenz für ein Baby und ist ungefährlich. Natürlich muss man beim Essen dabei sein und das Baby genau beobachten. Genau dies tun wir, wenn wir alle gemeinsam am Tisch essen und keiner alleine essen muss. Das selbstständige essen macht ihm unglaublich Freude auch wenn zu Beginn kaum etwas im Magen landete. So hat er die Möglichkeit gehabt seine Koordination weiter zu trainieren. Mittlerweile sind zwei Monate vergangen und es klappt immer besser, auch wenn wir das meiste mit dem Löffel füttern beziehungsweise mit zwei Löffeln. Für den optimalen Halt, auch wenn das Baby noch nicht sitzen kann, sorgt bei uns der IKEA Hochstuhl mit Tisch und Sitzverkleinerer.

Hinter Breifrei steckt nicht nur unpürieriertes essen. Selbstverständlich kann man auch Breie und festere Konsistenzen füttern. Im Vergleich zu Baby led weaning (BLW) wird bei Breifrei dem Kind nicht die freie Wahl gelassen was es isst. Wir selbst leben eine Mischung aus allem. Ab und an etwas festes wie zum Beispiel Frikadellen oder Brokkoliröschen. Beim Nachtisch die Wahl zwischen Himbeere, Wassermelone und Aprikosenstreifen. Und abends einen Grießbrei oder Getreidebrei mit püriertem Obst.

Bei den Lebensmitteln mit Schale achten wir darauf, dass diese nicht am Gaumen festkleben können. Wer mit Beikost beginnt, sollte sich mit erste Hilfe Maßnahmen vertraut machen, um bei einem verschlucken richtig reagieren zu können.

Beim trinken nutzen wir ein kleines Glas oder eine Espresso Tasse, gefüllt mit Leitungswasser, aus der ganz normal getrunken wird. Das klappt seit dem ersten Schluck erstaunlich gut.

Wer jetzt Lust bekommen hat los zu kochen dem kann ich die Breifrei Kochbücher „Jannika beginnt zu essen“ und „Das breifrei! Kochbuch“ von Loretta Stern empfehlen. Viele tolle Rezepte für die ganze Familie.

Viel Spaß und guten Hunger!

Foto: Helene Souza / Pixelio.de

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