Stillen – (m)eine Hassliebe

Das Stillen ist eigentlich das natürlichste der Welt und doch haben viele so große Probleme damit. Ich selbst habe erst nach gut zwei Monaten den Dreh rausgehabt. Dennoch läuft es bis heute nicht unproblematisch ab. Ich zähle leider zu den wenigen, die eine dauerhaft schmerzende Brust haben. Anfangs litt ich sehr stark unter Vasospasmen, dabei wird die Brust krampfartig durchzogen. Zudem war die kalte Jahreszeit nicht sehr förderlich und eine starke Kälteempfindlichkeit kam hinzu. Ohne wärmende Pads war es unmöglich rauszugehen. Hier kann ich wärmstens die Gelkissen von Lansinoh empfehlen, welche ich bereits im Artikel zum Thema Brustentzündung vorgestellt habe.

Der Start im Krankenhaus verlief auch nicht reibungslos und ich musste auf Stillhütchen zuruckgreifen, die ich jedoch nach einer Woche wieder weglassen konnte. Da mein Sohn einen ausgesprochen ausgereiften Saugbedarf hat, war meine Brust bereits am ersten Tag wund und hatte einen Bluterguss. Leider hat mir niemand gesagt, dass längeres nuckeln gerade am Anfang Probleme mit sich bringt. Bis heute hat sich daran nichts geändert, doch die Brust ist nach wenigen Wochen abgehärtet gewesen. Das wichtigste nach der Zeit im Krankenhaus ist eine gute Stillberatung. Ohne kompetente Hilfe von der Hebamme ist Frau schnell am abstillen. Auch bei mir war es fast so weit gewesen, da ich auf ärztliches anraten zufüttern sollte. Dies setzte jedoch eine Spirale in Gang, von der Brustentzündung bis hin zum beinahe abstillen. Es ist ein harter Kampf, gerade zu Beginn, wenn die Schmerzen enorm sind. Da mein Sohn extremen Hunger hat und ca. im zweistündigen Rhythmus gestillt werden möchte und zudem ein sehr gemütlicher Trinker ist, war es ein enorm anstrengender und kräftezehrender Prozess zum Vollstillen zurück bis heute.

Doch das Stillen hat so viele Vorteile für Mutter und Kind. Neben den offensichtlichen wie Verfügbarkeit, Kosten, Allergieprävention, usw. für das Kind, zählt aber auch das sinkende Brustkrebs- und Osteoporoserisiko zu den vielen Vorteilen der Mutter.

Beispielsweise ist es auf Flügen vorteilhaft zu Stillen, um dem Kind beim Druckausgleich während der Start- und Landephase zu helfen.

Hinzu kommt das tägliche Stillen vor dem Schlafen. Ein festes Ritual mit Einschlafgarantie bei uns.

Natürlich ist auch die Bindung zum Kind ein wunderschöner Nebeneffekt des Stillens. Die Kommunikation und der Augenkontakt dabei sind meine Inseln der Ruhe. Das sogenannte Engelslächeln, bereits bei den Kleinsten, nach den Mahlzeiten ist ebenfalls unbezahlbar. Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, nicht zu stillen und genieße die doch meist überwiegenden Vorteile.
Foto: Karin / pixelio.de

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